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Zusammenarbeit mit unserer Partnerschule in Rakvere, Estland 2016

Seit zwei Jahren haben wir einen regen Austausch mit unserer Partnerschule in Estland. Jedes Jahr haben zwei Schüler der Höheren Berufsfachschule für Metalltechnik, die Möglichkeit ein zweiwöchiges Praktikum in Estland zu absolvieren. Dieses Praktikum wird von der estnischen Projektmanagerin, Katre Lomp, organisiert und betreut. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen des Erasmus + Programms durch die EU-Geschäftsstelle in Köln.

Im Gegenzug nimmt das Berufskolleg Wipperfürth auch Praktikanten aus Estland auf. Im Schuljahr 2015/2016 hatten zwei estnische Schüler aus dem Bereich IT die Gelegenheit, ein dreiwöchiges Praktikum bei der Firma Steinmüller in Gummersbach zu absolvieren. Diese Schüler wurden in deutschen Gastfamilien untergebracht.

Im Schuljahr 2016/2017 hat ein estnischer Lehrer für zwei Wochen das Berufskolleg besucht und in verschiedenen Bildungsgängen hospitiert.

S. Hoffmann 

Bericht über mein zweiwöchiges Praktikum in Rakvere 2016

Nach einem ca. zweistündigen Flug kam ich in Tallinn, der Hauptstadt Estlands, an. Dort wurde ich bereits von einem Fahrer erwartet, der mich ins ca. 100 km entfernte Rakvere brachte. Bevor es zu meiner Unterkunft ging, hielt der Fahrer an einem Supermarkt an, an dem ich meine Betreuerin der Partnerschule traf. Sie begleitete meinen ersten Einkauf und fuhr anschließend mit mir zum Wohnheim der Partnerschule, wo ich untergebracht war. Dort zeigte sie mir mein Zimmer, die angrenzende Küche und das Bad. Das Zimmer war klein, aber fein und vor allem für mich alleine. Bad und Küche teilte ich mir mit fünf Dänen, die ebenfalls ein Praktikum in Estland absolvierten.

Am ersten Tag konnte ich mir schon einen kleinen Überblick über den Ort bzw. die Schule verschaffen. Das Wetter war gut und für die Jahreszeit recht warm. Am nächsten Tag fand ein Ausflug für uns Praktikanten statt: Wir besichtigten das „Sagadi Manor“, ein Schloss mit großer Parkanlage, inkl. Restaurantbesuch. So bekam ich einen Eindruck von der estnischen Landschaft, Gastfreundschaft und der traditionellen estnischen Küche.

Am nächsten Tag begann mein erster Arbeitstag bei der Firma Rakiste Tehas AS. Wieder wurde ich von Betreuern der Partnerschule dorthin begleitet und vorgestellt. Alle waren sehr freundlich und offen. Trotz meinen eher mittelmäßigen Englischkenntnissen konnte ich mich gut unterhalten, zumal auch einige Arbeiter gut Deutsch sprachen. Als erstes wurde ich gefragt, ob ich etwas über Estland weiß, wie z.B. Sportler, Sänger oder andere Künstler. Da ich dies verneinen musste, wurde mir erst klar, wie wenig ich über das Land wusste, denn außer der Hauptstadt kannte ich auch keine anderen estnischen Städte. Das hat sich jetzt geändert.

Die Firma, für die ich gearbeitet habe, stellt Gartenmöbel aus Metall her und produziert spezielle Metallteile als Zulieferer nach bestimmten Vorgaben. Zu meinen Aufgaben gehörte es, CNC-Maschinen zu bedienen und die fertigen Werkstücke zu entgraten. Auch musste ich stumpfe Fräser schärfen oder die fertigen Werkstücke zum Versand verpacken.

Meine Freizeit habe ich damit verbracht, spazieren zu gehen, zu joggen, einzukaufen und zu kochen. Außerdem musste ich Berichte schreiben.

Abschließend kann ich sagen, dass es eine gute und schöne Zeit war. Ich habe gelernt, für mich selbst zu sorgen, mich in einem fremden Land alleine zurecht zu finden und meine Englischkenntnisse aufzufrischen. Ich kann dieses Praktikum nur jedem empfehlen und würde es selber noch einmal machen, denn Land und Leute waren sehr nett und alles war gut organisiert.

Simon Blumberg (HBFTO 1)

Partnerschule in Rakvere
Sagadi Manor
 

Bericht über mein zweiwöchiges Praktikum in Rakvere 2017

Mit seinen 1.3 Millionen Einwohnern steht Estland im Schatten von vielen deutschen Städten. Ganz im Gegenteil zu seinem technologischen Fortschritt. Seit 1997 unterstützt die estnische Regierung mit dem Projekt „Tiigrihüppe“ (Der Tigersprung) die Digitalisierung im eigenen Land. Beispielsweise der Internetanschluss ist für jeden estnischen Bürger kostenlos und Bildungseinrichtungen wie Schulen werden regelmäßig mit neuester Technologie ausgestattet. Für mich als Informatiker war das Land demnach unglaublich spannend und so freute es mich umso mehr, durch das Erasmus+ Programm ein dreiwöchiges Praktikum in Rakvere (Estland) absolvieren zu dürfen.

Am Abend des 20. Januars startete mein Flug von Weeze nach Tallinn, der Hauptstadt Estlands. Erst spät am Abend kam ich an und wurde von einem Lehrer der estnischen Partnerschule abgeholt. Er wartete bereits mit einem Schild am Terminal und fuhr mich anschließend zum Wohnheim in Rakvere. Der erste Eindruck des Landes war schön. Auch wenn ich durch die Dunkelheit nur wenig erkennen konnte, schien die Hauptstadt groß und belebt. Auf dem Weg von Tallin nach Rakvere lohnte es sich nicht aus dem Fenster zu schauen – man konnte die Hand vor Augen nicht sehen, so dunkel wie es war. Im Wohnheim angekommen konnte ich mein Zimmer beziehen und das für mich vorbereitete Abendessen genießen. 

Über das Wochenende hatte ich Zeit, mich mit Freunden zu treffen, die ich durch die Zusammenarbeit mit unserer estnischen Partnerschule kennengelernt habe. Sie zeigten mir die Stadt, wichtige Läden und gaben mir einige hilfreiche Tipps.

Am Morgen des 23. Januars 2017 traf ich Katre Lomp, die Projektmanagerin der Partnerschule. Mit ihr ging ich in die „Innenstadt“ von Rakvere zum Unternehmen. Mein Praktikum absolvierte ich bei dem Unternehmen Trinidad Wiseman OÜ, einer Firma für Webentwicklung, die sich hauptsächlich auf Internetauftritte für Regierung, Schulen und Unternehmen spezialisiert hat. Neben Fachwissen im Bereich HTML, CSS und JavaScript konnte ich während des Praktikums auch meine Softskills und Fremdsprachenkenntnisse erweitern. 

Am nächsten Wochenende traf ich mich mit einem estnischen Freund, der mich zum Hafen von Tallin fuhr. Als Gruppe aus sieben Personen hatten wir eine Fahrt mit der Fähre nach Stockholm gebucht. Stockholm ist eine unglaublich schöne Stadt und definitiv einen Besuch wert. Auf dem Schiff habe ich außerdem sehr nette Menschen kennen gelernt. Einer von Ihnen hatte mich eingeladen, mit mir am folgenden Wochenende eine Führung durch Tallin und seinen Heimatort Viimsi zu unternehmen. 

Traurigerweise ging mein Praktikum nach drei Wochen zu Ende. Die Zeit in Estland hat mich in allen möglichen Bereichen weitergebracht, sowohl beruflich als auch persönlich. Ich habe viele nette Menschen kennen lernen dürfen und stehe immer noch in Kontakt mit ihnen. Bei meinem abschließenden Gespräch mit dem Chef von Trinidad Wiseman OÜ wurde ich eingeladen, ein weiteres Mal nach Estland zu kommen. Sie würden sich freuen und sich um eine Unterkunft und den Aufenthalt kümmern. Ich kann jedem nur empfehlen, eine solche Erfahrung zu machen. Die Zusammenarbeit der Schulen und das Erasmus+ Programm öffnen dafür alle Türen.

Yannic Brügger, HBFIO


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